Re: Sinn des Ganzen? - LinuxTag 2003 mit Coding-Marathon
> Völlig überspitzt ist noch untertrieben.
Aggressiv formulierte Kritik führt meist dazu, daß
sich die Gegenseite (ich schreibe übrigens auch OSS)
aufgerufen fühlt, einem das Gegenteil zu beweisen.
> Das Problem an deinem Beitrag ist, dass er nicht wirklich was mit
> OpenSource zu tun hat. Es gibt gut designte OpenSource Programme (wie
> z.B. KDE) die wohl den meisten Kriterien für gutes Software-Design
> genügen und es gibt schlecht designte.
Bei Open Source ist aber der Entwurfsschluder häufiger.
Aufgrund des besseren Supportkonzepts (ich nenn’ das jetzt
mal einfach so) fällt das aber dem Endnutzer nicht so stark
auf.
Auch bei KDE fallen mir auf Anhieb einige Entwurfsfehler ein.
Allerdings nicht halb so viele wie bei anderen Kandidaten
(die ich hier auch Pietätsgründen mal verschweige, schließlich
kann sich jeder den Source selber reinziehen).
Ich muß allerdings auch zugeben, daß ich KDE 3.0 noch nicht
wirklich getestet habe, weil mir der Übersetzungsprozeß inzwischen
zu kompliziert geworden ist. Und das Selbstkompilieren gehört
irgendwie zum Benutzerstolz dazu ;-).
> Keine Frage. Aber das gleiche
> gilt für ClosedSource. Ich hab Einblick in mehrere Software-Firmen
> und oftmals ist es immer dasselbe. Es ist meistens schlicht keine
> Zeit, um vorbildlich UML-Diagramme zu erstellen und die
> Datenbank-Schemata per ER-Diagramm zu entwerfen.
ACK
> Klar macht man sich
> auch dann noch einen groben Plan zum weiteren Vorgehen, aber eben nur
> sehr grob.
> Und dann wird drauf los programmiert, schließlich hat man einen
> Termin einzuhalten.
Ich habe nichts anderweitiges behauptet. Aber die OSS
Progies behaupten ja großteils, daß sie *in jedem Fall*
bessere Software schreiben. Dies entspricht schlichtweg
nicht der Wahrheit.
> Zumindest ist das bei den meisten Firmen wohl so,
> die Auftragssoftware schreiben. Bei den anderen ist es der Markt und
> die Konkurrenz die den Druck ausübt, möglichst schnell eine neue
> Version rauszubringen.
Das Konkurrenzdenken ist auch eine Grundlage der Open Source
Bewegung geworden. Letztendlich geht es vielen nicht darum,
eine Leistung für die Gemeinschaft zu erbringen, wie ESR nicht
müde wird, immer wieder von sich zu geben, sondern darum
daß die Gemeinschaft den Status des jeweiligen als “Hacker”
und guter Programmierer anerkennt. Deutlich sichtbar in
einigen Einträgen im Jargon File (z.B. hacker, demigod, linus).
Wenn einige der Leute *wirklich* so denken, wundert mich
gar nichts mehr.
> Auch bei OpenSource wird sicherlich oft geschlampt. Aber bei den
> großen, guten OSS-Programmen ist das im Regelfall nicht so, da man
> ansonsten das ganze nicht mehr koordinieren kann.
Das sagen mir meine Quelltextarchive aber anderes:
XFree86 ist okay, aber teilweise etwas unstrukturiert
KDE ist okay.
glib