Re: Typisch Linux Programmierer…. - LinuxTag 2003 mit Coding-Marathon
>
> > Du bist dir jetzt im Klaren darüber, dass du den geballten Hass der
> > gesamten Zeugen Torvalds auf dich ziehen wirst... ;-)
>
> ... und du bist dir klar darüber, dass du dich von dem Troll über dir
> nicht unterscheidest.
Danke für deine Antwort, denn genau das will ich damit sagen. Für
mich ist Linux ein Betriebssystem, das ich benutze, und keine Sekte,
der ich angehöre. Allerdings versuchen "richtige" Sekten neue
Mitglieder zu finden, indem sie besonders freundlich zu
"Andersgläubigen" sind.
> > Ich schätze, dass ungefähr 90% der bei Sourceforge gehosteten
> > Projekte solche Schnellschüsse sind,
>
> ... toll, 'ne seriöse Schätzung. Und das schon am frühen Morgen.
Geh hin und zähle selbst. Mehr als 80% der gehosteten Projekte hat
noch nicht einmal das selbst zugewiesene "stable"-Attribut. Und
selbst diese Programme sind zwar oft stabil, was aber nicht unbedingt
brauchbar ist. Über die Zeit habe ich eine Reihe von Projekten
betrachtet, teilweise auch versucht mitzumachen. Ausnahmslos sind sie
gescheitert, weil zu früh mit dem Implementieren begonnen wird, bevor
überhaupt erst raus ist, was gemacht werden soll.
> > die eigentlich nicht das Ziel
> > haben, Software zu entwickeln sondern Kodieren am Beispiel zu lernen.
>
> ... andere könnten auch zur Auffassung kommen, dass es darum geht
> Probleme zu lösen ohne von vornherein die Hand aufzuhalten. Ich
> weiss, ein ungewöhnlicher Ansatz ...
Wo kann man die Hand für was aufhalten? Mir geht es darum, meine Zeit
sinnvoll einzusetzen. Wenn du beruflich entwickelst, kostest deine
Zeit Geld. Wenn ich mich privat engagiere, ist meine Zeit mein
Kapital. Wenn ich also sinnvoll an ein Problem herangehe, ist die
Wahrscheinlichkeit, es in absehbarer Zeit zu lösen höher als wenn ich
mal darauflos programmiere. Ich kann auch Richard Stallmans Argument
nicht nachvollziehen, mal einen Prototypen zu programmieren, und wenn
er nicht ok ist, wegzuwerfen und auf der Basis des Know Hows neu
anzufangen. Das mag bei begrenzt komplexen Programmchen wie Mail usw.
noch klappen. Aber ich will nicht daran denken, dass das
Mozilla-Projekt jetzt seine Sources über Bord wirft und neu anfängt,
da sie erkannt haben, dass das System was langsam ist.
> > Vielleicht lässt sich so auch erklären, dass es sehr viele
> > unterschiedliche Ansätze zum selben Thema gibt, aber kaum einer
> > wirklich ausgereift ist.
>
> ... zum Beispiel?
Schau mal bei Multimedia|Graphics|3D Modeling und zähle mal die
Programme zum Erstellen von 3D-Szenen. Dann zählst du mal die
Programme, mit denen man arbeiten könnte.
> > Es ist eben leichter, was eigenes anzufangen
> > als sich in ein Team einzufügen und mitzumachen.
>
> ... und es ist noch leichter, über andere Sachen herzuziehen, wenn
> man sich selbst damit nicht beschäftigen will.
Eigentlich zeugt doch die dargestellte Analyse, dass ich mich mit der
Sache beschäftigt habe. Auch wenn dir das Ergebnis nicht gefällt.
> > Für den Fortschritt
> > von Linux wäre es sinnvoller, wenn alle an einem Strang ziehen
> > würden, aber das wäre ja das, was MS macht.
>
> ... oh bitte, typisches flame bait um die Uhrzeit. Schlecht
> geschlafen?
Siehe oben.
> > (Übrigens, ich arbeite privat mit SuSe 8.2, auch wenn KDE deutlich
> > langsamer und die Anwendungen instabiler als XP sind und die
> > Bedienung manchmal ziemlich hakelig ist. Aber viele Sachen
> > funktionieren eben immer noch wie vor 10 Jahren unter IRIX und
> > Ultrix.)
>
> ... ach, auf einmal ist der unixoide Ansatz dann doch recht. Naja,
> Hauptsache du hast etwas zum Meckern, nicht?
Genauso wie Windows negative wie positive Eigenschaften hat, hat
Linux sie auch. Wie gesagt, es sind beides Betriebssysteme und nichts
anderes. Und ich wünsche mir einfach, dass es mehr Leute gibt, die
Linux einsetzen. Ich glaube allerdings nicht, dass dies dadurch
möglich ist, beim ersten Anzeichen von Kritik den Hammer
herauszuholen.
Aber das habe ich ja im ersten Satz meiner Antwort geschrieben. ;-)