Die Geschichte wiederholt sich - Vergleich beendet Klage wegen überhöhter…

Wenn ich mir die diversen kartellrechtlichen Verfahren gegen
Microsoft so anschaue, frage ich mich oft, ob sich jemand noch an den
Prozeßmarathon gegen die IBM ab Mitte der 80er (oder war es Anfang?)
erinnert. Damals wurde - wenn ich mich recht erinnere - auch mehr als
ein Jahrzehnt lang prozessiert, um die Sache dann mit wohlwollenden
Vergleichen mehr oder minder fallen zu lassen.
Was sich da um Microsoft heute so abspielt, erinnert mich gerade auch
von der Argumentation her sehr an diese Zeiten. Schon der Klagegrund,
daß nämlich “aufgrund der Monopolstellung zu hohe Preise” verlangt
worden seien, mutet mehr als zweifelhaft an. Man gewinnt ja den
Eindruck, die Leute seien regelrecht gezwungen worden, sich ihre
Software bei Microsoft zu kaufen. Alternativen gab es jedoch auch
damals schon genug.
Ohne auf die (mit Sicherheit zu differenzierenden) genauen Details
dieser Verfahren einzugehen, möchte ich nur folgende 2 Cents äußern:
Gegen die IBM wurde jahrelang aufgrund kartellrechtlicher Bedenken
prozessiert. Geschadet hat es der Firma nicht. Wenige Jahre später
jedoch stand der Gigant fast vor der Pleite. Und warum? Es wurde am
Markt vorbeiproduziert, es wurde nicht mehr auf den Bedarf der Kunden
eingegangen. Der Boden für eine neue Generation von Hard- und
Softwareherstellern war bereitet. (Damals war das übrigens vor allem
Microsoft mit traumhaften Wachstumsraten). Wäre es also nicht auch
heute sinnvoller, den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen? Wenn sich
ernsthafte Konkurrenz gegen den weltgrößten Softwarehersteller zeigt,
die mit besseren und moderneren Produkten punkten kann, ist auch das
Ende von MS besiegelt. Solange das noch nicht endgültig der Fall ist
- auch wenn moderne UNIX-Varianten mit Sicherheit gute Chancen auf
die Nachfolge bei der Plattform-Herrschaft haben - sehe ich keinen
Grund, warum Microsoft nicht auch die Früchte des Erfolgs ernten
können sollte. Schließlich benutzen die Leute die Software ja auch
tatsächlich.
Und wenn das einmal nicht mehr der Fall ist, werden die Kräfte des
Marktes Microsoft genauso schnell beseitigen wie sie es zu dem haben
werden lassen, was es ist.
Joshua

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